Forschungsprojekte/ Gemeinsam forschen

Wissenschaftliche Erkenntnisse bilden die Grundlage der Evidenz-basierten Medizin. Grundlage hierfür sind klinische Studien, wodurch z.B. Aussagen über Nutzen eines Medikaments oder einer Therapiemassnahme getroffen werden können. Die Qualität unserer Therapie kann so fortlaufend geprüft, verbessert und letztlich gegenüber den Kostenträgern gerechtfertigt werden. Zu diesem Zweck wurde die "Stiftung wissenschaftliche Basis der Neurorehabilitation in der Klinik Zihlschlacht" ins Leben gerufen.

Unsere Forschungsbemühungen konzentrieren sich auf vielfältige Schwerpunkte, und wir schätzen Ihr Interesse daran sehr. Sollten Sie daher in Erwägung ziehen, ein Forschungsprojekt durchzuführen oder an einer Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit zu arbeiten, würden wir uns über eine Kontaktaufnahme Ihrerseits freuen.

Unsere Projekte
Weitere Projekte

Hintergrund & Ziel der Studie: Bei der BALANCE-Studie handelt es sich um eine multizentrische Studie in Deutschland und der Schweiz (Sponsor: AbbVie AG, Cham). In dieser Beobachtungsstudie werden unter Parkinson-Patienten Kandidaten für eine Duodopa®-Pumpentherapie identifiziert. Anschliessend werden die Patienten, die sich für bzw. gegen eine Duodopa®-Therapie entschieden haben, miteinander verglichen. Hierbei kommen diverse Skalen zur Anwendung, welche insbesondere die Lebensqualität und nicht-motorische Symptome betreffen. Visiten finden zu Beginn, nach drei Monaten, sechs Monaten und einem Jahr statt. Die Rehaklinik Zihlschlacht ist eines von fünf beteiligten Schweizer Studienzentren.

Projektteam: Carsten Möller (Principal Investigator, Email an C. Möller), Matthias Oechsner.

Hintergrund & Ziel der Studie: Störungen des Gleichgewichts und der Gehfähigkeit gehören zu den Hauptbeeinträchtigungen der Patienten in der Neurorehabilitation, die zu teils erheblichen Einbussen der Mobilität der betroffenen Patienten führen. Der De Morton Mobility Index (DEMMI) sowie das Hierarchical Assessment of Balance and Mobility (HABAM) sind zwei praktikable Messinstrumente zur Erfassung der Mobilität aus dem Bereich der Geriatrie, die für neurologische Patienten ebenfalls geeignet zu sein scheinen. Wissenschaftliche Untersuchungen liegen hierzu nicht vor. Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Ermittlung der Gütekriterien des DEMMI und des HABAM in der stationären Neurorehabilitation. Zielparameter sind die Validität, Reliabilität, Veränderungssensitivität und Interpretierbarkeit in Parkinson- und Schlaganfall-Patienten.

Projektteam: Tobias Braun (Collaborator, Hochschule für Gesundheit Bochum), Detlef Marks (Project leader, Email an D. Marks), Carsten Möller.

Hintergrund & Ziel der Studie: Der ARMin ist ein Armroboter, welcher Bewegungen des Armes mittels Motoren und visuellem Feedback unterstützt und in der Neurorehabilitation eingesetzt wird (Prof. Riener, ETH Zürich). Ziel dieser vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Studie ist die Überprüfung der Anwendbarkeit und Sicherheit einer weiterentwickelten Version dieses Roboters. Verglichen werden verschiedene Ausführungen der Version 4 des ARMin gegenüber konventioneller Ergotherapie bei der motorischen Erholung von Schlaganfall-Patienten. Diese Version enthält ein neu entwickeltes Kraftmodul zur gezielten Unterstützung der Bewegungen des Patienten und ein Multi-Player-Modul für ein interaktives Training mit dem Therapeuten. Als Hauptzielkriterium wird die Arm- und Handfunktion mittels dem Fugl-Meyer Assessment untersucht.

Projektteam: Barbara Bürgin, Alexander Dewor, Swetlana Ehrentraut, Angelica Huber-Gerke, Sebastian Jehle, Verena Klamroth-Marganska (Medical Coordinator, ETH Zürich), Detlef Marks, Alexandra Menig (Local Principal Investigator, Email an A. Menig), Carsten Möller, Robert Riener (Sponsor, ETH Zürich), Sandra Schoch, Raoul Schweinfurther, Daniel Zutter.

Hintergrund & Ziel der Studie: Diese Studie untersucht, in welchem Umfang im Gesundheitswesen tätige Personen Antikörper gegen das Virus SARS-CoV-2 (COVID-19) aufweisen und mit welchen Faktoren ein positiver Antikörpernachweis verbunden ist. Am Anfang sowie am Schluss der Studie findet eine Blutentnahme für die Serologie statt, ausserdem füllen die Studienteilnehmer über einen Zeitraum von voraussichtlich 6 Monaten wöchentlich einen Online-Fragebogen aus. Das Projekt wird unter Leitung der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) durchgeführt. Die Rehaklinik Zihlschlacht ist eines der beteiligten Studienzentren in der Ostschweiz.

Projektteam: Franziska Jenni, Philipp Kohler (Project leader, KSSG), Carsten Möller (Local project leader, Email an C. Möller), Sibylle Tanner.

Hintergrund & Ziel der Studie: Zusammen mit dem Sensory-Motor Systems Lab (Prof. Riener, ETH Zürich) entwickelt die Rehaklinik Zihlschlacht ein Therapiegerät für Parkinson-Patienten, die unter Gangstörungen leiden. Dieses mobile Gerät wird vorzugsweise am Oberschenkel unter der Kleidung getragen und erzeugt einen taktilen Reiz in Form einer Vibration auf der Haut (Cueing). Im Rahmen der Studie werden die klinische Anwendbarkeit sowie die Akzeptanz des Gerätes untersucht. Des Weiteren wird die Beeinflussung der Gangstörung insbesondere hinsichtlich s.g. Freezing-Episoden mittels Fragebögen und Videoanalyse analysiert.

Projektteam: Susanne Brühlmann, Michael Herold-Nadig (ETH Zürich), Alexandra Menig, Carsten Möller, Matthias Oechsner, Robert Riener (Sponsor, ETH Zürich), Raoul Schweinfurther (Principal Investigator, Email an R. Schweinfurther), Daniel Zutter.

Hintergrund & Ziel der Studie: Der visuelle Neglekt ist eine Aufmerksamkeitsstörung, bei der aufgrund einer Hirnschädigung die betroffene Person eine Raumhälfte vernachlässigt. Der Neglekt ist einer der stärksten negativen prognostischen Faktoren für eine erfolgreiche Neurorehabilitation bei Patienten nach einem Schlaganfall. Die repetitive transkranielle Stimulation (rTMS) ist eine etablierte neurorehabilitative Therapie, die routinemässig in Zihlschlacht für die Therapie eines Neglekts eingesetzt wird. Da diese Behandlungsform von Patient zu Patient zu unterschiedlichen Behandlungsergebnissen führen kann, möchten wir durch die systematische Auswertung von fünf verschiedenen neuropsychologischen Tests, die wir für die Diagnostik und Therapieevaluation eines Neglekts benutzen, die Frage beantworten, welche Aspekte eines Neglekts von der rTMS am besten beeinflusst werden.

Projektteam: Jakub Grulich (Email an J. Grulich), Carsten Möller, René Müri (Project Leader).

Hintergrund & Ziel der Studie: Gangstörungen treten bei der Mehrheit der neurologischen Patienten auf und sind der erste Schritt in Richtung Immobilität und Verlust der Unabhängigkeit. Wir möchten eine neue Therapieform mit dem tragbaren Roboter Myosuit in unsere Rehabilitationsprogramm integrieren. Ziel davon ist, die funktionelle Gehfähigkeit der Patienten zu erhalten, wieder zu erlangen und/oder zu verbessern und sie in die Lage zu versetzen, die Aktivitäten des täglichen Lebens unabhängiger durchzuführen. Der Myosuit unterstützt Menschen mit Beinschwäche in der Standphase des Gehens. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der stationären Rehabilitation bis zum Gebrauch im häuslichen Umfeld. Ziel dieser Forschung ist es, die Benutzerfreundlichkeit des Myosuit und die Durchführbarkeit dieser neuen Therapieform im stationären Bereich zu bewerten. Ausserdem werden wir evaluieren, wie motiviert die Patienten sind, um das Gerät im häuslichen Training weiter zu nutzen. Des Weiteren wollen wir die Motivation des Personals, das Training mit diesem Gerät im häuslichen Umfeld zu empfehlen, evaluieren. Bei Teilnahme an der Studie erhält ein Patient über einen Zeitraum von vier Wochen 8 Therapieeinheiten von 45 Minuten.

Projektteam: Detlef Marks, Carsten Möller, Liliana Paredes (Principal Investigator), Carmel Tulen.

Hintergrund & Ziel der Studie: In der Rehaklinik Zihlschlacht wurden zwei neuropsychologische Testverfahren zur Erfassung visueller Defizite bzw. Störungen der visuellen Aufmerksamkeit entwickelt. Sowohl der Zihlschlachter Explorations-Test (ZET) als auch der Zihlschlachter Neglect-Test (ZNT) erfassen, ob eine Person visuelle Reize in bestimmten Bereichen des Gesichtsfeldes eingeschränkt wahrnimmt. Eine solche Störung kann so stark ausgeprägt sein, dass die Person lediglich Objekte auf der nicht betroffenen Seite des Gesichtsfeldes wahrnehmen kann. Beide Testverfahren dienen zur Diagnostik und zur Verlaufskontrolle während der Therapie. Für den ZET wurde am Inselspital Bern eine standardisierte Bilderserie erstellt. Für den ZNT wurden die Soft- und Hardware in der Rehaklinik Zihlschlacht entwickelt. Das Ziel der Studie ist es, die Bilderreihe des ZET und die Testapparatur des ZNT an einer gesunden Personen- und einer betroffenen Patientengruppe zu validieren.

Projektteam: Andreas Binder (Co-Project leader, RehaCenter Winterthur), Jörg Ide, Andreas Loos, Brigitte Messmer, Carsten Möller, René Müri (Collaborator, Inselspital Bern), Iris Reckert (Project leader, Email an I. Reckert), Raoul Schweinfurther, Katharina von Falkenhayn.